Visual Shopping (3): Real Environment Produktwelten
In Real Environment Produktwelten steht die Darstellung von Produkten in einer tatsächlichen Nutzungsumgebung im Vordergrund. Diese Umgebungen sind so an die Produkteigenschaften angepasst, dass dem Konsumenten ein konkreter Einsatz der Produkte dargestellt wird.
Diese Visualisierung des Produkteneinsatzes bzw. -nutzens in einer authentischen Form spricht den Konsumenten affektiv an und kann latente Bedürfnisse wecken. Dadurch entsteht ein hoher Emotionalisierungsgrad, welcher vor allem durch die zielgruppenadäquate Bildsprache der Real Environment Produktwelten hervorgerufen wird.
Ein entscheidender Vorteil von Real Environment Produktwelten ist die präventive Wirkung gegen das Informationsparadoxon, indem dem Konsumenten gezeigt wird, ob das Produkt seine Bedürfnisse befriedigen kann. Somit dienen Real Environment Produktwelten hochgradig dem Abbau von Informationsasymmetrien zwischen Anbieter und Nachfrager.
Durch die dargestellten Nutzungsumgebungen besitzen diese Produktwelttypen den Nachteil, dass die Anzahl der dargestellten Produkte stark begrenzt ist. Die mögliche Kapazität der Produktabbildungen steht in Abhängigkeit zu Aufbau und Struktur der abgebildeten Umgebungen – eine zu hohe Anzahl wirkt überladen und kann eine Reizüberflutung seitens der Konsumenten auslösen.
Ähnliches gilt für den Charakter des Kontextes, in dem die Produkte dargestellt werden. Da der Konsument keine substituierenden Produkte in einer realen Umgebung erwartet (z.B. mehrere verschiedene Betten in einem Schlafzimmer), transferiert er diese Erwartungshaltung auch auf Real Environment Produktwelten.
Ein weiterer Nachteil von Real Environment Produktwelten ist die Tatsache, dass mit ihnen nur stereotype Konsumenten bedient werden. Individuelle Interessen und Bedürfnisse werden unter Umständen vernachlässigt bzw. nicht berücksichtig.
Im nächsten Teil der Serie "Visual Shopping" betrachten wir User Generated Produktwelten…




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