MySpace TV fordert You Tube heraus
Wie Tech Crunch und Mashable heute unter Berufung auf einen Artikel in der New York Times berichten, will die News Corporation etwas verspätet auch vom User Generated Video Content Boom profitieren: Ab morgen wird MySpace unter der Domain www.myspacetv.com sein Videoangebot unter einem neuen Namen anbieten - und das erstmals auch für Nicht-MySpace-Mitglieder. Dazu bietet das Videoportal im Gegensatz zu YouTube echte Individualisierungsmöglichkeiten: User können auf ihre MySpace Seite einen persönlichen Video-Channel verlinken, der nur die eigenen Videos zeigt und diesen Channel passend zu der eigenen MySpace Seite designen. News.ch und Zdnet haben auch schon darüber berichtet.
Als komplett selbständiges Angebot wird MySpace TV damit zu einem echten Konkurrenten von YouTube, weil es
- nach eigenen Angaben ca. 160 Millionen Community-Members und einen riesigen Bekanntheitsgrad hat,
- von Beginn an für 15 Länder in 7 Sprachen angeboten wird (YouTube: 10 Länder),
- bereits vor dem jetzigen Relaunch im vergangenen April laut ComScore 50,2 Mio. Video-Abrufe verzeichnen konnte (YouTube: 57,9 Mio.),
- mit der News Corp. einen der weltgrößten Medienkonzerne und damit mächtigen Content-Lieferanten (20th Century Fox, NBC Universal, BSkyB, National Geographic u.a.) im Rücken hat.
Auch wenn der Angriff von MySpace ziemlich spät kommt, bin ich überzeugt davon, dass sich der Relaunch auszahlen wird. Endlich ist YouTube gefordert, sein Angebot stärker zu individualisieren und auf legale Weise professionellen Content unterzubringen. Schließlich sind sie momentan in einen Millarden-Streit mit Viacom verwickelt.
A propos Viacom: So langsam könnte man sich auch dort Gedanken darüber machen, ob es sinnvoll ist, alle Videoportale wegen Urheberrechtsverletzungen zu verklagen oder doch eher seine Macht als Content-Produzent (Dreamworks, Paramount, MTV, Nickelodeon, Comedy Central u.a.) effektiv zu nutzen, indem man mit einer eigenen Plattform im Netz aktiv wird.


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