Low Cost Accommodation Portale (3): Tripmonkey
Tripmonkey, ein Projekt von Dominik Richter und Simon Schmid, verfolgt nachstehenden Grundsatz: „Biete anderen einen Schlafplatz bei dir, und du kannst selbst woanders umsonst übernachten. Aber auch ohne eigenen Schlafplatz kann man woanders übernachten - dann für kleines Geld.“
Das Geschäftsmodell
Da ist es wieder, das Vermittlungsportal für private Übernachtungsmöglichkeiten… Das Grundprinzip ist das gleiche wie bei couchsurfing.com und hospitalityclub.org. Reiseziel auswählen, schauen wer ein Schlafplatz anbietet, bewerben und Schlafplatz bekommen. ABER Tripmonkey ist keine non-profit-Organisation, d.h. sie wollen mit diesem Konzept Geld verdienen.
Am besten mit Monkeys. „Monkeys sind die Verrechnungseinheit auf Tripmonkey. Du erhältst Monkeys, wenn du andere Mitglieder bei dir aufnimmst. Mit Monkeys „bezahlst“ du deinen Gastgeber, wenn du selbst verreist. Da jeder Schlafplatz einzigartig ist, legt jeder selbst fest, wie viele Monkeys er pro Übernachtung haben möchte.“ Aha. Also eine Verrechnungseinheit, eine virtuelle Währung, Monkey-Knete zum virtuellen Verballern in Form von Schlafplatzanmietung, Knete verdienen mit der Vermietung der eigenen Besenkammer.
Naja… der Hammer kommt jetzt: Monetarisierung des Dienstes? Ja klar! Tripmonkey verdient 5 Euro pro Vermittlung und aus den Emissionen der Verrechnungseinheit! Hä? Monkeys können auch real gekauft oder verkauft werden. Da der „Umrechnungskurs“ nicht 1:1 ist, werden dadurch Erlöse generiert. Der Kauf eines Monkeys kostet 2,99 €, der Verkauf bringt 2,00 €. Somit bleiben 0,99 € bei den Tripmonkey-Jungs…
Die Community
Wie finde ich einen Schlafplatz? Auf eine direkte Suche wir nicht verwiesen. Das Suchfeld geht auch etwas unter auf der Seite. Sehr dominant sind die Funktionen im Header, die dann auch zu dem gewünschten (Teil-)Erfolg beitragen. Im linken Bereich der Seite finden sich einige soziodemografische sowie geographische Filter. Sehr gut: von Frauen für Frauen. Sagt wohl alles.
Ok, ich hatte mich entschieden meinen Suchpfad im Header zu starten. Deutschland. Es öffnet sich das Subportal. Eine kleine GoogleMap (funktionierte beim Test nicht) begrüßt mich, danach sind User aufgelistet. Die Map ist viel zu klein, um da irgendwie zu suchen.
Nach eingehender Suche fand ich im linken Bereich die Städteauswahl. Berlin. Wieder die kleine GoogleMap (funktionierte beim Test nicht). Die Auflistung ist recht gut. Alle wichtigen Infos sind da. Ort, Datum, wieviele Monkeys, Anzahl Gäste, Verpflegung, etc. Wenn man sehr naiv ist, gibt es die Möglichkeit direkt über die Ergebnisseite bei den jeweiligen Kandidaten zu bewerben.
Für weniger naive gibt es die Vormerkfunktion. Wer mehr Infos über einen potentiellen Bewerber haben möchte, kann auch hier über das Profil Details abrufen. Leider finden sich nur Infos zum Schlafplatz (zum großen Teil redundant zur Profilansicht auf der Ergebnisseite) inkl. Markierung auf einer GoogleMap. Persönlich erfährt man nichts über den Gastgeber. Ist sehr wichtig bei solchen Geschichten, meine ich. Jedenfalls fehlt es. Am Ende des Profils könnte es dann weiter zur Bewerbung (für einen Schlafplatz) gehen…
Leider konnte ich die Bewerbung nicht testen. Ich habe keine Monkeys und auch keine Lust für 50,00 Euro Monkeys zu kaufen. Ich besitze auch keinen Presse-Ausweis um einen Pressezugang zu erhalten. Schade.
Zusätzliche Funktionen
Es existiert eine gute Hostel-Übersicht für Deutschland, Schweiz und Österreich. Dazu wurde eine API von Hostelworld.com implementiert, ein Booking-Service für Hostels. Des Weiteren ist es möglich, über Tripmonkey Event-Tickets zu kaufen. (z.B. Konzerte,Veranstaltungen, etc.) Es handelt sich hierbei nicht um User-Events! Ich gehe davon aus, dass durch dieses Cross-Selling Angebot Bedarf für Schlafplätze generiert werden soll. Jedoch existiert keine Verknüpfung zur Schlafplatzsuche (zumindest nicht gefunden). Private Events können zwar eingetragen werden, aber irgendwie hat es noch keiner geschafft…
Fazit
Das Konzept von Tripmonkey zielt eher auf Städtereisen ab, das bei Großevents genutzt werden soll. Zurzeit existieren im Verhältnis zu couchsurfing.com und hospitalityclub.org wenige Einträge/User und die Angebote beschränken sich größtenteils auf den deutschsprachigen Raum. Noch was zu den Monkeys. Es gibt viele Angebote ab 2 Monkeys, open end. Durchschnitt einer Schätzung: 4-6 Monkeys. Bsp. Berlin, ohne Verpflegung, Schlafen auf den Boden, 5 Monkeys. Umgerechnet also knapp 15 Euro (5 x 2,99 €) Plus 5 Euro Vermittlung. Ich gehe davon aus, dass ich als Gast die Gebühr zahlen muss. Also macht das dann 20 Euro für eine Übernachtung. Zum Vergleich: Ein Hostel-Zimmer (in Zentrumsnähe) mit Bett, Klo und Dusche sowie Frühstück kostet ähnlich viel.
Zum Thema Sicherheit haben sich die Jungs richtig was einfallen lassen. Die Tripmonkey-Garantie. „Alle Teilnehmer sind über die Tripmonkey-Garantie umfassend geschützt. Das bedeutet, dass du von uns entschädigt wirst, wenn dein Übernachtungspartner nicht auftaucht bzw. dich nicht wie vereinbart aufnimmt!“ Nicht schlecht. Fragt sich nur was damit gemeint ist. Bekomme ich dann meine Monkeys zurück? Angenommen ich sitze Nachts in Kambodscha vor einer verschlossenen Tür, dann hilft es mir nix, wenn ich ein paar Monkeys in der Hand habe…
Und wie verhindern sie Fake-Accounts oder Betrüger?1. Du kannst dich verifizieren lassen, indem du eine Kopie deines Ausweises zu Tripmonkey schickst. 2. Es existiert ein Bewertungssystem in der Community. So hofft man auf die Selbstregulierung durch die User…
Viel Spaß mit Tripmonkey!


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