Low Cost Accommodation Portale (1): Das Couchsurfing Projekt
couchsurfing.com wurde von der Couchsurfing International gegründet. Diese Organisation ist eine Non-Profit-Organisation und ihre Mission wird klar definiert: “CouchSurfing versucht, den Aufbau persönlicher internationaler Netzwerke zu ermöglichen, intellektuellen Austausch herzustellen, gemeinsames Bewusstsein zu fördern, Toleranz zu verbreiten und gegenseitiges kulturelles Verständnis aufzubauen.” WOW!
Das Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell ist bei allen getesteten Portalen ähnlich und leicht erklärt: coufsurfing.com vermittelt private Schlafplätze für lau. Jeder angemeldete Community-User kann bei anderen angemeldeten Community-Usern anfragen, ob ein Schlafplatz frei ist. Die Zusage des angefragten Users gilt als verbindliche Buchung. Eigentlich wie in einem Hotel, nur privat, nur kostenlos.
Wer macht so etwas? Ein Backpacker, der auf Abenteuer steht, das authentische Leben des Urlaubszieles und deren Menschen kennen lernen möchte und es vermeidet Geld für eine Unterkunft ausgegeben. Deswegen sucht der Backpacker einen Schlafplatz bei wildfremden Menschen, die er im Internet (z.B. bei couchsurfing.com) kennen gelernt hat. Manche Mütter würden durchdrehen wenn sie dies lesen. Richtig. Sollten sie auch.
Die Jungs von couchsurfing.com haben auch Mütter. Deswegen gibt es zwei Funktionen, die dafür sorgen, dass die Couchsurfer sich in unendlicher Sicherheit wiegen können. Das „name and location verification system“ und das „vouching system“. Gute Idee. Das Verifizierungssytem dient zur Kontrolle des Profils, damit der Couchsurfer auch real existiert. Das „vouching system“ ist eine Art Selbstkontrolle der Community. Andere User können dich „vouchen“ und somit für dich bürgen. Soviel dazu.
Zur Finanzierung: Da es sich bei diesem Projekt um eine non-profit-Geschichte handelt, werden die Dienstleistungen nicht monetarisiert. Naja, nicht ganz, denn für die Verifizierung muss man um die 21 USD blechen. Lediglich der Merchandise-Shop und Spenden (sowie die 21 USD für die Verifizierung) sollen die Kosten decken…
Die Community
Kommen wir nun zur Community. Die Suchfunktion ist recht gut umgesetzt. Mittels einer Übersicht der Länder kann ganz einfach das Ziel ausgewählt werden. Auf der Google Map wird das ganze dann visualisiert. Leider kann ich nicht mein Ziel direkt auf der Google Map anklicken.
Nach Auswahl meines Zieles geht es weiter zur Ergebnisanzeige. Die verfügbaren Schlafplätze werden angereichert mit den dazugehörigen Profildaten: Informationen über die Person, Anzahl der verfügbaren Schlafplätze, gesprochene Sprachen und lustige Icons. Leider vermisse ich die Erklärung, was welches Icon bedeutet. Nach einem intensiven Selbststudium fand ich heraus, das die Schlosssymbole den Verifizierungsstatus darstellen, das Fotoicon bedeutet, dass du bereits „gevoucht wurdest“, das Sofa zeigt an, ob du ein Platz definitiv frei ist, oder vielleicht, oder überhaupt nicht, etc.
Das gelbe Fänchen bedeutet, dass der Couchsurfer ein „Ambassador“ ist. Upps! Was ist denn das? Ganz einfach, es ist einer der vielen Botschafter (sie tragen den Spirit von Couchsurfing in die weite (Offline- und Online-)Welt und helfen anderen Couchsurfern sowohl in der realen als auch in der digitalen Welt). Ok, zurück zu den Symbolen in den Einträgen der Ergebnisse. Es existieren noch weitere Symbole (Kollektiv, Spenden, Reisende Bands, und Musiker-Icons). Ist ein potenzieller Kandidat/in gefunden, kann die Profildetailseite angesurft werden.
Dort findet man dann noch detailierte Informationen und den (etwas versteckten) Couchsurf-Button. Dieser dient dazu eine Anfrage (Wann, wie lang, wie viel, etc.) bezüglich einen Schalfplatzes abzusenden.
Auch ich bekomme Anfragen, da ich ja auch meine Couch (wenn ich möchte) zur Verfügung stelle… Das ist eigentlich grob die Couchsurf-Funktion. Einen kleinen Tip: Das Ausfüllen des Profils im Bereich „Language“ und „Couch„ sollte vorgenommen werden, denn z.B. bei der Suche nach einem Schlafplatz werden die Sprachen des Profils und der potenziellen Schlafplatzanbieter miteinander verglichen. Dies dient dazu, eventuelle Sprachprobleme zu visualisieren. Einen großen Tip: Die sehr informative und umfangreiche „Tips for Couchsurfing“-Seite.
Zusätzliche Funktionen
couchsurfing.com bietet zusätzliche Funktionen an. Neben einem Message-System existiert ein Group-System, das in etwa mit dem Gruppensystem von facebook.com zu vergleichen ist. Interessant ist die Meeting-Funktion. Hier kann jeder ein Meeting eintragen, z.B. eine Party oder ein spezielles Event, wo sich dann andere Couchsurfer anmelden können. Eine Gute Idee finde ich, so können sich Couchsurfer auch mal in der Gruppe kennenlernen. Das integrierte Wiki zeigt, das die Informationsversorgung eine wichtige Rolle spielt. Obligatorisch: der Chat.
Fazit
couchsurfing.com scheint mir eine recht große und weltweit aktive Community zu sein (siehe Weltkarte mit Couchsurfers), daher schließe ich darauf, dass der Fokus auf interkontinentale Reisen mit kulturellem Austausch liegt. Jedoch ist couchsurfing.com nicht nur geeignet fremde Länder zu bereisen, auch im Inland existieren zahlreiche Angebote. Die Vernetzung der User ist extrem hochgradig, dass Guppensystem zeigt dies deutlich. Auch die Meeting-Funktion finde ich sehr interessant. Mit den Sicherheitsmechanismen und den „Ambassadors“ fühlt man sich beim surfen sicher und geborgen. Allerdings müssen die Jungs noch sehr schwer an der Usability der Seite arbeiten. Teilweise sehr unübersichtlich und konfus. Ich habe z.B. eine Ewigkeit gebraucht um herauszufinden, was die rote und fette Aussage „Language Barrier“ zu bedeuten hatte und wie ich solche Barrieren abbauen kann. Auch die qualitativ hochwertigen Tips und Infos sind quer über die Seite verstreut (Wiki, extra FAQ, Tips-Seite, etc.).
Viel Spaß beim Couchsurfen!



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