Erfolgsfaktoren für Widgets, Adgets und Co.
Sie verfolgen mich. Überall. Sie sprießen aus allen Ecken der Bits und Bytes. Sie grinsen mich an, links in der Sidebar, rechts in der Sidebar, inmitten der MySpace-Profile, manchmal auch prominent als Sticky an erster Stelle in einem Blog. Von was ich rede? Von Widgets, Shop Ads, Adgets, was-weiß-ich-für-gets. Es wird eng auf den Websites und Blogs dieser Welt. Sucht man bei Google nach “Widget” erhält man schlappe 38 Millionen Ergebnisse. Ein heißes Thema also. Auch wir wollen uns diesem Trend nicht verschließen und haben ein Widget in unserer linken Sidebar eingebaut. Zukünftig werden wir in nicht ganz so regelmäßigen Abständen besonders gelungene, interessante oder schlecht gemachte Widgets testen und auf unserem Blog eine bestimmten Zeitraum lang testen.
Doch zunächst will ich über die Entstehungsgeschichte dieser technischen Entwicklung berichten, bevor ich mich bemühe, einzelne Faktoren und Kriterien zu erstellen, die ein Widget als sinnvoll oder nutzlos, interessant oder einfach sinnlos qualifizieren. Vorab sollte man zwischen Widgets differenzieren, die auf der grafischen Oberfläche des Betriebssystems dargestellt werden und denen, die von einem User eigenständig mit Content gefüllt werden, um anschließend in bestehenden Code des eigenen Blogs oder der eigenen HP integriert zu werden. Abschließend gibt es noch die Widgets, die bspw. von einer Community den Mitgliedern als Voreinstellung angeboten werden. Diese erscheinen nach Aktivierung im Profil des Mitglieds.
Die Ehre, die ersten Widgets zur Berühmtheit geführt zu haben, gebührt Apple. Im April 2005 erblickten mit Einführung des neuen Betriebssystems Mac OS X 10.4 die ersten Widgets das Licht der Welt. Das Programm Dashboard stellte diese kleinen in Java Script gecodeten Helferlein prominent auf der Benutzeroberfläche des Nutzers dar. Bekannt war die Technik für Widgets bereits vorher vom Active Desktop, Apple verbesserte die Technik lediglich. Microsoft integrierte Widgets erst mit Einführung von Windows Vista ins Betriebssystem. Vorher mussten sich Nicht-Apple-Nutzer wie ich beispielsweise mit der Yahoo Widget Engine Software behelfen. In diesem Beitrag soll es primär um Erfolgsfaktoren von Widgets gehen, die in Blogs, Community-Profilen oder Homepages eingebunden werden, da diese kommerziell relevanter sind.
Was macht nun ein erfolgreiches Widget aus? Warum sollte sich ein Internet-Nutzer ein Widget implementieren? Wie sollte ein Entwickler ein solches gestalten? Hierzu fallen mir folgende Merkmale ein, einige davon erwähnt bereits Stefan Juhl in seinem Blog:
1. Mehrwert für den Nutzer bieten
Der wichtigste Grund überhaupt, eine Reaktion auf seiten des potentiellen Nutzers des Widgets zu erreichen, ist diesem konsequent zu verdeutlichen, welchen Nutzen bzw. Mehrwert er durch Einsatz des Widgets erreichen kann. Dieser Anreiz kann völlig unterschiedlich begründet sein: monetär, mehr Spaß, informativ, nützlich oder einfach, weil ein Widget einen gewissen Coolness-Faktor oder ein Haben-Müssen-Gefühl besitzt.
2. Interaktivität bieten
Das Widget sollte ein interaktives Moment besitzen. Besonders wichtig für Widgets, die Traffic auf die Seite des Anbieters umleiten sollen bzw. die aus einem kommerziellen Motiv heraus eingesetzt werden. Hier bieten sich unendliche Möglichkeiten. Vom Bewerten lassen über Abstimmungen bis zu als interaktives Game verkleidetete Widget sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Rein informelle Widgets werden wohl keine bemerkenswerten Clicks generieren.
3. Backlinks erzeugen
Backlink-Erzeugung durch Einsatz des Widgets, besonders elementar zur Traffic-Erzeugung (s. 4.) . Hängt natürlich sehr von Attraktivität und dadurch erreichter Verbreitung des Widgets ab.
4. Traffic schaffen
Wer als Widget-Anbieter eigenen Content auf externen Seiten durch Einsatz des Tools bereitstellt, will natürlich Traffic auf seine Seite umleiten. Dies sollte man bei Konzeption des Widgets stets im Auge behalten.
5. Markenkommunikation
Die Stärkung der Marke sollte ebenso eines der Leitmotive bei Planung des Widgets sein. Hierfür bietet sich die Einbindung eines Links zum Urheber unterhalb oder innerhalb des Widgets bzw. der Einsatz des Markenlogos innerhalb des Widgets an. Je nach Einsatzgebiet des Widget und Motiv des Nutzers bieten sich natürlich Abstufungen an. Wer in einem seriösen Blog ein Widget zur Generierung von Zusatzeinnahmen einsetzt wird durch eine eher unaufdringliche Gestaltung mehr angesprochen als ein Nutzer, der das Widget in sein schrecklich blinkendes MySpace-Profil einbinden will.
6. Word-of-Mouth-Verbreitung erreichen
Optimale Bekanntheit und Verbreitung erhält ein Widget dadurch, dass es von den Nutzern selbst verteilt wird. Hierzu sollte in einem Widget auch ein Link zum Verschicken an Freunde integriert sein. Virales Marketing ist in diesem Bereich immer noch das effektivste Instrument, stellt aber gleichzeitig bei der Masse an täglich neu erscheinenden Widgets die größte Herausforderung dar.
7. Customization bieten
Gerade für den externen Einsatz des Widgets ist es von immanenter Bedeutung, dass das Widget einen Höchstgrad an individuellen Einstellungen für den Nutzer bietet. Design, Größe, Menge dargestellter Elemente etc. sollten möglichst einfach, auf die Bedürfnisse des Nutzers zugeschnitten, eingestellt werden können.
8. Ertragsmöglichkeit bieten
Dieser Punkt ist für Widgets, die aus kommerziellen Motiven bedingt eingesetzt werden von Bedeutung. Mehr und mehr Widgets zum Zwecke der Einnahme von Zusatzerlösen werden tagtäglich angeboten (bspw. hier und hier). Königsdisziplin hier könnte in Zukunft sein, Werbebanner mit Widget-Funktionalitäten zu versehen bzw. Widgets generell als Ersatz von klassischer Bannerwerbung zu verwenden. Ich bin heute schon gespannt auf erste Studien, die die Wirksamkeit bzw. die Konversionsraten und Click-Raten von Widgets und Bannerwerbung fundiert über einen längeren Zeitraum vergleichen.
Besonders interessant wird der Einsatz von Widgets im Bereich der Social Shopping-Communities werden. Hier seien beispielsweise die Plattformen edelight und shoppero genannt, die beide bereits eigene Widgets anbieten. Bloggerin paulinepauline schildert hier ihre ersten Erfahrungen mit Shop-Widgets. Hinzu kommen Social-Networks wie z.B. Facebook, das sich jetzt komplett externen Inhalten geöffnet hat (hier und hier nachzulesen). Der Kampf um den Space auf Blogs, Homepages und Profilen ist längst eröffnet.
Weitere Gedanken zur Zukunft und zu den unabdingbaren Elementen für den Erfolg von Widgets sind erwünscht!
Empfehlenswert zur Veranschaulichung gelungener Widgets ist das Ansehen folgender Exemplare:
Spotback (Rating), Kaboodle (Help-Me-Choose), Ebay (ebay-to-go), Amazon (aStore)
Wir werden hin und wieder interessante Widget´s testen und unsere Testberichte im Blog veröffentlichen…


7 Kommentare
Feliks
14. Juni 2007
Sehr gute Liste, danke!
Denke, die wird bei uns auch zeitnah zum Einsatz kommen ;-)
Thorsten
14. Juni 2007
Aber sicher. Werden wir schon hinbekommen, dass möglichst alle relevanten Faktoren erfüllt sind :-)
rob
20. Juli 2009
Danke für die Liste! Sowas möchte ich mir immer gleich ausdrucken - wo ist der Drucken Button für die Druckansicht in diesem Blog?
RES
24. Juli 2009
Ich schreibe gerade an meinem Diplom über Widgets. Wer kennt noch ein paar interessante Artikel zu diesem Thema, ähnlich wie dieser.
rob
9. September 2009
@Res, du schreibst dein Diplom über Widget? Was’n Zufall… ich auch. Bin am Lesen der fertigen Arbeit interessiert!
Sylvio
27. September 2009
Falls wir euch helfen können, dann gebt einfach Bescheid!
Vg
Sylvio
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